Küchen Studio Dialog

Prominente aus Politik und Wirtschaft zu Gast beim Liberalen Mittelstand Berlin e.V.
Since 07/2025 9 Episoden

Franziska Giffey: Wie wird Berlin zum Innovationsstandort Nr. 1 in Europa?

Ein Küchen Studio Dialog von Newsmark und dem Liberalen Mittelstand Berlin e.V.

24.02.2026 31 min Christian Grosse / Jörg Wachsmuth

Zusammenfassung & Show Notes

Küchen-Studio-Dialog mit Franziska Giffey (Folge 7 – aufgezeichnet am 23. Februar 2026)

Im siebten Küchen-Studio-Dialog von Newsmark und dem Liberalen Mittelstands Berlin war Franziska Giffey (SPD Berlin) zu Gast. Aktuell ist die ehemalige Bundesministerin und Regierende Bürgermeisterin von Berlin die Senatorin für Wirtschaft, Energie und Betriebe und stellvertretende Bürgermeisterin Berlins. Ihr Vortrag stand unter dem Titel:

 „Wie wird Berlin zum Innovationsstandort Nr. 1 in Europa?“

Im Zentrum ihres Vortrags standen fünf wirtschaftspolitische Schwerpunkte, die die Arbeit der Senatsverwaltung strukturieren:
  1. Starkes Wirtschaftswachstum: Berlin soll seine Rolle als Zugpferd der deutschen Wirtschaft weiter ausbauen.
  2. Klimaneutrale Stadt: Die ökologische Transformation sieht Giffey als Innovationschance. „Wenn die Wärme nicht klimaneutral wird, dann wird Berlin auch nicht klimaneutral.“
  3. Fachkräfte und Talente: Mit Blick auf einen prognostizierten Fachkräftemangel von 350.000 Personen setzt Berlin auf Gründungsförderung, Unternehmensnachfolge und internationale Rekrutierung.
  4. Innovationsstandort Nr. 1 in Europa: Berlin wolle seine Spitzenposition im europäischen Vergleich weiter ausbauen. „Wir wollen Innovationsstandort Nummer 1 in Europa werden.“
  5. Resilienz und Sicherheit: Als Konsequenz aus dem Strom‑Blackout im Januar rückt der Schutz kritischer Infrastruktur, Cybersicherheit und Energieversorgung stärker in den Fokus.

I
m Küchen‑Studio‑Dialog von Newsmark und dem Liberalen Mittelstand skizzierte Berlins Wirtschaftssenatorin und Bürgermeisterin Franziska Giffey die strategische Ausrichtung der Berliner Wirtschaftspolitik vor dem Hintergrund internationaler Konkurrenz, struktureller Transformationen und aktueller Krisenerfahrungen. Ausgangspunkt ihrer Ausführungen war die Feststellung, dass Berlin seit 13 Jahren über dem Bundesdurchschnitt wächst und damit zu den wirtschaftlichen Zugpferden Deutschlands zählt. Dieses Wachstum sei kein Selbstläufer, sondern Ergebnis bewusster politischer Schwerpunktsetzung, einer breiten Branchenstruktur und der besonderen Vielfalt der Stadt.
Giffey betonte, dass Berlin wirtschaftlich von seiner Mischung aus Industrie, Handwerk, Mittelstand, Tourismus, Kreativwirtschaft und technologiegetriebenen Zukunftsbranchen profitiere. Rund 100.000 Industriearbeitsplätze, ein starker Dienstleistungssektor sowie eine dynamische Start‑up‑Szene bildeten gemeinsam ein belastbares Fundament. Entscheidend sei, diese Vielfalt zu erhalten und zugleich gezielt jene Bereiche zu fördern, die besonders stark wachsen – etwa Fintech, Greentech, Health‑ und Life‑Sciences, DevTech sowie Sicherheits‑ und Verteidigungswirtschaft. Wachstum sei für sie das zentrale wirtschaftspolitische Ziel, weil nur eine wachsende Wirtschaft Handlungsspielräume für soziale, ökologische und infrastrukturelle Aufgaben eröffne.

Um die Arbeit ihres Hauses zu fokussieren, habe sie nach Amtsantritt 2023 die Vielzahl einzelner Projekte gebündelt und vier wirtschaftspolitische Leitlinien definiert, an denen sich alle Maßnahmen orientieren. Erstens: ein starkes Wirtschaftswachstum. Zweitens: der Umbau Berlins zur klimaneutralen Stadt. Giffey machte deutlich, dass Klimaschutz nicht als Belastung, sondern als Innovations‑ und Standortchance verstanden werden müsse. Der massive Ausbau von Solaranlagen, der Fortschritt beim Glasfaserausbau und Investitionen in Wärmewende, Geothermie, Wasserstoff und Ladeinfrastruktur seien Beispiele dafür, wie ökologische Transformation und wirtschaftliche Entwicklung zusammengedacht werden können. „Wenn die Wärme nicht klimaneutral wird, dann wird Berlin auch nicht klimaneutral“, sagte sie und verwies auf den hohen Anteil der Wärmeversorgung an den CO₂‑Emissionen der Stadt.

Die dritte Leitlinie betrifft die Gewinnung und Sicherung der „besten Hände und Köpfe“. Fachkräftemangel, Unternehmensnachfolge und Gründungsförderung seien zentrale Herausforderungen. Programme zur Start‑up‑Förderung, zur Nachfolgevermittlung und zur internationalen Fachkräftegewinnung sollen sicherstellen, dass Unternehmen wachsen und am Standort bleiben können. Giffey unterstrich dabei die Bedeutung von Migration für den Berliner Arbeitsmarkt und die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der Stadt.
Viertens formulierte sie den Anspruch, Berlin zum führenden Innovationsstandort Europas zu entwickeln. International genieße die Stadt bereits einen exzellenten Ruf, insbesondere in der Start‑up‑Szene und bei Zukunftsinvestitionen. Ziel sei es nun, nicht nur Gründungen anzuziehen, sondern auch wachsende Unternehmen langfristig in Berlin zu halten.

Als Reaktion auf den Strom‑Blackout im Januar ergänzte Giffey diese Strategie um einen fünften Schwerpunkt: die Stärkung der Resilienz Berlins. Der Schutz kritischer Infrastrukturen, Cybersicherheit, Energieversorgung und Krisenvorsorge seien angesichts geopolitischer Spannungen und zunehmender Angriffe auf digitale und physische Netze unverzichtbar. Eine krisenfeste Hauptstadt sei Voraussetzung für wirtschaftliche Stabilität und Vertrauen.
Insgesamt zeichnete Giffey das Bild einer Stadt, die ihre Vielfalt, Offenheit und Innovationskraft bewusst als wirtschaftliches Kapital nutzt. Wachstum, Klimaneutralität, Fachkräfte, Innovation und Resilienz bilden dabei ein strategisches Gesamtpaket, mit dem Berlin seine Rolle als internationale Metropole und wirtschaftlicher Motor weiter ausbauen soll.

Vier Zitate aus dem Vortrag von Franziska Giffey
  1. „Berlin ist jetzt das 13. Jahr in Folge ein Wachstum über dem Bundesdurchschnitt.“
  2. „Wenn die Wärme nicht klimaneutral wird, dann wird Berlin auch nicht klimaneutral.“
  3. „Wir wollen Innovationsstandort Nummer 1 in Europa werden.“
  4. „Ohne diese Vielfalt wäre Berlin nicht Berlin.“



Der "Küchen-Studio-Dialog" vom Liberalen Mittelstand Berlin e.V.
Prominente aus Politik und Wirtschaft zu Gast beim Liberalen Mittelstand Berlin e.V.

Der Küchen Studio Dialog ist eine Veranstaltungsreihe, bei der sich Politik und Wirtschaft zum Dialog in einem Berliner Küchenstudio treffen. Morgens um 9 Uhr wird zunächst in einem Impulsvortrag an ein Thema herangeführt, das den Mittelstand interessiert oder betrifft. Anschließend stellt sich der Gast den Fragen der Anwesenden.

Der Küchen Studio Dialog vom Liberalen Mittelstand Berlin e.V. findet in Kooperation mit dem randu Küchenstudio (früher apero) in der Uhlandstraße in Berlin-Wilmersdorf, dem Wirtschaftsmagazin Newsmark und den radiohelden.de statt.

Der Podcast enthält den gut 20 Minuten langen Impulsvortrag mit Ergänzungen.   

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Unser Gast
Franziska Giffey, Senatorin für Wirtschaft, Energie und Betriebe und stellvertretende Bürgermeisterin
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